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27.02.2009 

Stichwort: Flex-Fertigung 

 

Flexibilität ist immer eine gute Basis, selbst in schwierigeren Zeiten. Anstatt ein Konjunkturprogramm zu fordern, hat deshalb der Büromöbelhersteller Palmberg ein Flexibilitäts-Programm realisiert, das seine ohnehin gute Marktposition noch weiter stärkt und zugleich fit für die Zukunft macht.
     
 

 
Individuelle Kundenwünsche
Für Palmberg heißt Flexibilität, der Kunde bekommt das, was und wie er es will. Die hauseigene Formel „Materialmix – Farbmix –
Logistikmix & Co.“ ist gleichzeitig Vorgabe für die Fertigung der modernen Büromöbel, ausschließlich nach individuellen Kunden­wünschen. Per hochautomatisierter Produktionsanlage für den Zwei-Schicht-Betrieb werden bis zu 1500 Einzelteile in unterschiedlichen Dekoren, Abmessungen und Arten pro Schicht im Verbund gefertigt. Danach die zeitgenaue Anlieferung der Möbel beim Auftraggeber, das über alles dominierendes Kriterium für jegliche Organisationsstrukturen im Unternehmen. Hierfür hat der Büromöbelhersteller am Produktionsstandort Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern 2008 rund 5 Mio. Euro investiert.
 
Pfeil Weitere Informationen 
Für eine neue Fertigungs- und Lagerhalle sowie für hochfunktionelle Produktions­einrichtungen. Konzentriert auf 2.000 m² übernehmen das vollautomatische Plattenlager mit direkt angeschlossener Zuschnittanlage und der Format- und Kantenbearbeitungsstraße für Losgröße 1-Fertigung die jederzeit flexible Herstellung von Büromöbeln rein nach Kundenkommissionen. So entstehen aus Platten mit unterschiedlichen Dekoren und ebenso verschiedenen Kantenausführungen auftragsbezo­gene Möbelteile in hoher Qualität und Güte für Tische, Schränke, Sideboards, Container und Arbeitsplatten in den mannigfachsten Formaten und Ausführungen.

Prozessengineering auf hohem Niveau
Bevor die Verantwortlichen für das ehrgeizige Projekt, der Technische Leiter Dipl.-Ing. (FH) Friedrich Henning und Produktionsleiter Dipl.-Ing. (FH) Klaus Lutz, in die konkrete Planung einsteigen konnten, haben sie über ein Jahr lang recherchiert. Sie nahmen dabei verschiedene Produktionseinrichtungen sowie auch mehrere Maschinenhersteller unter die Lupe. Das Pflichtenheft, in dem die neue Anlagenkapazität in Bezug auf Leistung, Flexibilität und Verfügbarkeit genau definiert war, grenzte eigentlich rasch die in Frage kommenden Anbieter ein. Weitere Grundsatzklärungen mit HOMAG Verkaufsleiter Peter Ch. Nass brachten endgültig Klarheit.
In einem gemeinsamen Beschluss mit dem geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens Uwe Blaumann wurde „mit dem Gefühl eines kalkulierbaren Risikos“ (O-Ton Technischer Leiter) die HOMAG Gruppe beauftragt, ein Konzept für den Bereichsübergreifenden Ablauf einer Losgröße 1-Fertigung mit Plattenlagerung und -handling, automatischem Zuschnitt sowie nachfolgender Format- und Kantenbearbeitung zu planen und zu installieren. Dabei musste hohe Produktivität ebenso wie auch eine weitest gehende Produktionsfreiheit gewährleistet sein bei möglichst einfacher Bedienbarkeit der gesamten Anlage mit nicht mehr als drei bis vier Mann Bedienpersonal.
Zur Realisierung aller Vorgaben aus dem Pflichtenheft wurden Gruppen­komponenten der Systemhersteller BARGSTEDT (Handling und Transport), HOLZMA (Zuschnitt) und HOMAG (Format- und Kantenbearbeitung) eingesetzt.    

Wenig Mannpower – mehr Automatik und Logistik
Waren früher in der Fertigung immer die logistische Teilemenge einer Wochenproduktion im Umlauf, wird heute mit der neuen Anlage die Tagesmenge komplett für einen ‚Joblauf’ zusammengefasst und gemeinsam in den Produktionslauf eingeschleust. Der Wunsch des Kunden für sein Büromöbel, also Ausführung und Liefertermin, bestimmen zuvorderst die Tourenplanung des Werklieferverkehrs mit allen Abladestellen pro Tag in zeitgenauer Abfolge. Hieraus resultieren die Vorgaben für den Produktionsablauf eines Tages. Das heißt, heute werden die Möbel produziert und umgehend in die bereitstehenden LKW-Auflieger verladen, deren Auslieferung für fünf Werktage geplant ist.

Hocheffizienter Fertigungsablauf
Die Plattenwerkstoffe werden mit dem Gabelstapler auf den Querkettenförderer gesetzt. Ein vollautomatisch funktionierender Kran übernimmt sämtliche Ein- und Auslagervorgänge aller Platten. Für die halbformatigen Platten (2800 x 2070 mm) stehen 75 Lagerplätze zur Verfügung, wobei die Lagersoftware gemischte Stapel unterschiedlicher Dekore, Plattenstärken, Materialien und Formate zulässt. Mit einer Vakuumtraverse wird dann die jeweils benötigte Plattenausführung in der geplanten Tagesmenge der automatischen Winkelanlage zugeführt.
Hier erfolgt der auftragsbezogene Zuschnitt, verschnittoptimiert und nach Tagesmenge zusammengefasst. Die einzelnen Möbelbauteile werden im Anschluss in die verkettete Kantenbearbeitungsstraße befördert und in zwei Bearbeitungsdurchläufen an allen vier Seiten bearbeitet beziehungsweise die Kanten angeleimt. Ein Entkopplungspuffer zwischen Zuschnittsäge und der Format-/Kantenbearbeitung sorgt für eine Harmonisierung des Fertigungsflusses. Anschließend werden die einzelnen Teile entnommen, nach Kommissionen sortiert und für die weiteren Bearbeitungen bereitgestellt.
Anfallende Plattenreste kommen zurück zu den Lagerplätzen, werden dort automatisch erfasst sowie verwaltet und beim nächsten Produktionslauf während der Optimierung berücksichtigt.
Zusatznutzen dieses Verfahrens: reine BAZ-Arbeitsplatten oder spezielle Sonderausführungen, die nicht über die Format- und Kantenbearbeitung laufen sollen, werden über einen integrierten Resteeinlagerungsplatz aufgenommen und mit der Traverse auf einem separaten Auslagerplatz gesammelt.

Palmberg-Kundenphilosophie umgesetzt
Ganzheitliches Denken für alle Prozesse bei den drei Systemherstellern BARGSTEDT, HOLZMA und HOMAG (Projektleiter Andreas Holz /
HOMAG Engineering) – sowohl in Bezug auf die Hardware, also Verkettung und Steuerung der Einzelmaschinen, als auch bei der Software für die Bearbeitungsabläufe - haben nach Ansicht der Verantwortlichen bei Palmberg dem Unternehmen einen strategischen Vorteil eingebracht. Der Datenfluss erfolgt ungehindert und reibungslos über alle Schnittstellen hinweg, die eigentlich keine sind. Ein Grund auch dafür, dass diese höchst komplexe Fertigungsanlage innerhalb von nur drei Monaten ab Anlieferung nahezu mit 100 Prozent Leistung gefahren werden konnte.
„Wir wollten auf Nr. Sicher gehen und ein mögliches Risiko bei einer solchen Anlagenkonfiguration abschätzbar halten“ so Technischer Leiter und Produktionsleiter übereinstimmend. Mit der hohen und jederzeit bereitstehenden Verfügbarkeit ihres nun topmodernen Maschinenparks sehen sie das Unternehmen auch für die kommenden Marktanforderungen gut gerüstet, um Kunden jederzeit zufrieden zu stellen.
„Ich freue mich aufs Büro“ – diese Botschaft des Büromöbelherstellers an seine Kunden ist mit der neuen Fertigungsanlage gleichermaßen Anspruch, Realität und Profession geworden.

   Bautafel Möbelfertigung
   Anlagenkomponente  1
   Automatisches Flächenlager mit machanisierter Plattenzuführung für Halbformate und Reste.
   Systemhersteller: BARGSTEDT

   Anlagenkomponente 2
   Zuschnittsäge (Winkelanlage, mit Etikettierung). Maß- und Winkelgenauigkeit werden in der Säge
   erzeugt.
   Systemhersteller: HOLZMA

   Anlagenkomponente 3
   Handling (manuelles Ausschleusen von Großformaten und Resten; 25-Etagen-Speicher),
   Drehstation und Scanner; Winkelübergabe.
   Systemhersteller: BARGSTEDT
   Anlagenkomponente 4 
   Füge- und Kantenbearbeitung 2-seitig (4-seitige Bearbeitung in 2 Durchläufen).
   Systemhersteller: HOMAG
   Anlagenkomponente 5
   Doppelwinkelübergabe für 2. Durchlauf oder Ausschleusung zum Igelpuffer
   Systemhersteller: BARGSTEDT
   Projektengineering
   Systemverantwortung:
   HOMAG Engineering

 

   Das Untenehmen
   PALMBERG Büroeinrichtungen + Service GmbH
   Am Palmberg 9, D-23923 Schönberg
  
www.palmberg.de
 Gegründet  1991 nach Übernahme eines ehemaligen DDR-Möbelkombinats von der
 Treuhand und Privatisierung durch den damaligen technischen Betriebsleiter
 Uwe Blaumann Neuausrichtung auf díe Produktion von Büromöbeln
 Geschäftsführung  Uwe Blaumann, Geschäftsführender Gesellschafter
 Technische Leitung  Dipl.-Ing. (FH) Friedrich Henning
 Produktionsleitung  Dipl.-Ing. (FH) Klaus Lutz
 Marketingleitung  Dipl.-Designer (FH) Stephan Kühl
 Produkte  Büromöbel sowie Büroeinrichtungen (ohne Stuhl)
 Mitarbeiter  rund 400
 Betriebsgröße  Gelände: 40.000m²
 Produktionsfläche: 20.000m²
 Umsatz  62 Mio.Euro
 Umsatzsteigerung ab 2006: 60%
 Exportanteil: 10% in die angrenzenden Nachbarstaaten
 Vertrieb  über den Bürofachhandel
 Gütezeichen  Qualitätsmanagement ISO 9001/2000
 Umweltmanagement ISO 14001/2004
 EG-Ökoauditverordnung
 Umweltzeichen Blauer Engel
 Logistik  25 LKW (Zugmaschinen)
 60 Kraftfahrer
 75 Sattelauflieger
 hiervon 25 ständig auf Auslieferungstour, 25 beim Beladen, 25 als Puffer-LKW
 Telematic-System zur exakten Positionsermittlung im Internet

 
Anschrift

HOMAG
Holzbearbeitungssysteme GmbH

Homagstrasse 3-5
72296 Schopfloch
Deutschland

Tel.: +49 7443 13 0
Fax: +49 7443 13 2300
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